Lehmitz, Bar in Herbertstrasse, Hamburg
Bar

Lehmitz

Herbertstrasse, Hamburg

Lehmitz ist eine Kneipe auf der Reeperbahn, die internationale Berühmtheit erlangte, nachdem der schwedische Fotograf Anders Petersen Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre mehrere Jahre damit verbrachte, ihre Stammgäste zu dokumentieren. Das daraus entstandene Fotobuch „Cafe Lehmitz“ ist eines der berühmtesten Werke der Straßenfotografie des 20. Jahrhunderts, und die Bar genießt seitdem diesen Ruf. Die aktuelle Inkarnation ist nicht das Original; Die Bar zog mehrmals um und wechselte den Besitzer, aber sie hat den Geist eines 24-Stunden-Trinklokals der Arbeiterklasse bewahrt. Der Innenraum ist düster, vollgestopft und unprätentiös, mit einer langen Bar an der Wand, ein paar Tischen und einem Publikum, zu dem neben neugierigen Touristen und Nachtschichtarbeitern noch immer einige der alten St. Pauli-Typen gehören. Bier ist günstig, aus der Jukebox läuft eine Mischung aus Schlager und Rock und die Unterhaltungen reichen je nach Stunde von philosophisch bis zusammenhangslos. Es ist kein ausgefeiltes Erlebnis, aber es ist ein echtes Erlebnis, und die fotografische Geschichte verleiht ihm ein Gewicht, das den meisten Kneipen fehlt.

Marco Valenti, Editor
Marco ValentiEditor & Lead Researcher
5+ years researching adult-nightlife districts. Updated February 2026.

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Was erwartet Sie

Ein kleiner, düsterer Raum mit nicht zusammenpassenden Möbeln, eine Jukebox, in der alles von Udo Jürgens bis zu den Rolling Stones gespielt wird, eine Bar, in der sich eine Mischung aus Stammgästen, Nachtschichtarbeitern und gelegentlichen Touristen aufhält. Der Rauch ist stark, die Gespräche sind laut und die Fenster sind die meiste Zeit beschlagen.

Atmosphäre

Authentischer Reeperbahn-Tauchgang, rau und glanzlos.

Musik

Jukebox-Mix aus Schlager, Deutschrock, 60er- und 70er-Jahre-Pop, klassischem Blues

Kleiderordnung

Sehr lässig. Zieh dich wenn überhaupt schick an.

Am besten für

Reisende, die neugierig auf das alte St. Pauli sind, Nachtschwärmer, Fotofans, die das Petersen-Buch kennen.

Zahlung

Bargeld wird dringend bevorzugt

Preisspanne

Bier 3,50-4 EUR, Spirituosen 3-4 EUR, einfaches Essen 5-8 EUR

Bier ~3,80–4,30 $, Spirituosen ~3,20–4,30 $, Essen ~5,40–8,60 $

Öffnungszeiten

24 Stunden täglich

Insider-Tipp

Bringen Sie Bargeld mit; Der Kartenautomat ist oft außer Betrieb und niemand repariert ihn heute Abend. Erwarten Sie kein thematisches Fotoerlebnis; das Petersen-Buch wird darin selten erwähnt. Für alle, die neugierig auf das alte St. Pauli sind, herrscht in den frühen Morgenstunden das interessanteste Publikum.

Ausführliche Bewertung

Lehmitz hat mehr Geschichte als die meisten Hamburger Veranstaltungsorte und weniger Aufsehen als alle anderen. Die Bar befindet sich auf der Reeperbahn in einer schmalen Ladenfront, die sich nicht ankündigt, und Erstbesucher gehen oft an der Tür vorbei, bevor sie merken, dass sie angekommen sind. Drinnen ist die Beleuchtung schwach, die Decken sind vom jahrzehntelangen Zigarettenrauch vergilbt und die Raumaufteilung hat sich seit Jahren nicht wesentlich verändert.

Die 24-Stunden-Öffnung ist das prägende Merkmal. Dienstags um 16 Uhr trifft man auf eine Handvoll Stammgäste, die Bier trinken, samstags um 3 Uhr morgens findet man einen überfüllten Raum mit auf voller Lautstärke laufender Jukebox und um 8 Uhr morgens entspannt sich das Nachtschichtpublikum, während die Frühaufsteher ihren Tag beginnen. Dieser kontinuierliche Betrieb verleiht der Bar eine Textur, mit der geplante Veranstaltungsorte nicht mithalten können, und sie bleibt einer der wenigen Orte in der Hamburger Innenstadt, an denen die gesellschaftlichen Rhythmen des alten Viertels noch lebendig sind.

Im Vergleich zu den kuratierten Reeperbahn-Bars, die in den letzten Jahren eröffnet wurden, ist Lehmitz hartnäckig unvermarktet. Es gibt kein Cocktailprogramm, keine Instagram-Pinnwand, kein Konzept außer dem Verkauf von Getränken an jeden, der hereinkommt. Die Petersen-Fotos locken gelegentlich Fotopilger an, aber die Bar orientiert sich nicht aggressiv an dieser Geschichte. Stammgäste scheinen ein wenig amüsiert zu sein, wenn jemand nach dem Buch fragt, und kehren meist zu ihren Gesprächen zurück.

Gehen Sie respektvoll vor, trinken Sie Ihr Bier und fotografieren Sie niemanden ungefragt. Die Menschenmenge kann an den Rändern rau sein, ist aber gegenüber Besuchern, die unter sich bleiben, selten feindselig. Am frühen Morgen, etwa zwischen 4 und 8 Uhr, herrscht die charaktervollste Atmosphäre, wenn Sie sich speziell für die Reeperbahn vor der aktuellen Tourismuswelle interessieren.

Das Essensangebot beschränkt sich auf einfache Snacks und gelegentlich einfache Gerichte, nichts, was mit einem richtigen Restaurant mithalten kann. Die Toiletten sind zweckmäßig, aber nicht auf einem hohen Standard, was im Einklang mit dem Rest des Betriebs steht. Geldbörsen und Handys gehören in die Vordertaschen; Die Bar ist so überfüllt, dass die Gefahr eines Taschendiebstahls groß ist und die Kundschaft nicht durchweg vertrauenswürdig ist. Trotz alledem bleibt der Veranstaltungsort einer der wenigen Orte, an denen die vielschichtige Geschichte von St. Pauli präsent und nicht kuratiert wirkt.

Die Gegend

Lehmitz liegt direkt an der Reeperbahn, im Mittelstreifen des Rotlichtviertels. Die Herbertstraße ist nur einen kurzen Spaziergang östlich entfernt, die Davidwache ist zwei Minuten entfernt und der S-Bahnhof Reeperbahn liegt am westlichen Ende der Straße.

Anfahrt

S-Bahn S1 oder S3 bis Bahnhof Reeperbahn, dann ca. vier Minuten östlich entlang der Reeperbahn laufen. Auch die U-Bahn U3 nach St. Pauli fährt. Entlang der Straße halten Nachtbusse der Linie 6.

Adresse

Reeperbahn 22, 20359 Hamburg

Wegbeschreibung

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