Sachsenhausen
Legal & reguliert4/5SicherSachsenhausen-Führer: Frankfurts Apfelwein-Viertel am Südufer des Mains, mit Gasthäusern, Spätbars und einem entspannten, lokalen Charakter.
Unterkünfte in Sachsenhausen
Hotels in Gehweite zu den vorgestellten Lokalen.
Orte in Sachsenhausen
Bars, Clubs und Unterhaltungslokale in dieser Gegend.

Apfelwein Wagner
Eine der bekanntesten Apfelwein-Gaststätten Frankfurts, mit holzvertäfeltem Interieur und langen Gemeinschaftstischen. Die Familie Wagner betreibt das Lokal seit 1931, und der Bembel steht nie still.
Schweizer Str. 71, 60594 Frankfurt

Adolf Wagner
Traditionelle Apfelwein-Wirtschaft und Restaurant mit einer umfangreichen Speisekarte neben dem hauseigenen Cider. Gilt vielen als die authentischste der Schweizer-Straße-Institutionen.
Schweizer Str. 71, 60594 Frankfurt

Atschel
Gedrängte, altmodische Apfelwein-Kneipe an der Wallstraße mit treuer Stammkundschaft und minimalem Tourismuszuschlag. Der Cider wird aus keramischen Bembeln ausgeschenkt, und ab 21 Uhr wird die Unterhaltung laut.
Wallstr. 7, 60594 Frankfurt

Daheim im Lorsbacher Thal
Entspannter Apfelwein-Garten und Gasthof mit Außenbestuhlung, die im Sommer schnell ausgebucht ist. Der Hauseigene Apfelwein stammt von der Marke Possmann und ist erschwinglich.
Große Rittergasse 49, 60594 Frankfurt

Apfelwein Solzer
Familienbetriebene Apfelwein-Wirtschaft, die seit Generationen in Sachsenhausen ansässig ist. An den meisten Abenden ruhiger als Wagner, mit einer Mischung aus Stammgästen und Ersttbsuchern des Viertels.
Berger Str. 260, 60385 Frankfurt

Fichtekränzi
Das Tannenkranz-Schild über der Tür zeigt an: hier gibt es Apfelwein, eine jahrhundertealte Frankfurter Tradition. Rustikales Interieur, lange Gemeinschaftstische und Speisen, die gut zu mehreren Runden Cider passen.
Wallstr. 5, 60594 Frankfurt

Bar Oppenheimer
Spätbar in der Nähe des Schweizer Platzes mit überschaubarer Cocktailkarte und einem Publikum, das eintrifft, nachdem die Apfelwein-Gaststätten schließen. Weniger touristisch als der Hauptcider-Streifen.
Oppenheimer Str. 4, 60594 Frankfurt
Lage und Überblick
Sachsenhausen liegt am Südufer des Mains, direkt gegenüber dem Bankenviertel und dem Römerberg. Man erreicht es über eine der Fußgängerbrücken, am häufigsten die Alte Brücke oder den Eisernen Steg, oder zu Fuß südlich aus der Innenstadt. Die S-Bahn-Haltestellen Lokalbahnhof und Schweizer Platz bringen einen mitten ins Geschehen.
Das hier ist kein Vergnügungsviertel im Sinne, den Touristen mit Frankfurt verbinden. Es gibt weder Eros-Center, noch Strip-Clubs, noch nennenswerte Einrichtungen der Erwachsenenunterhaltung. Sachsenhausen ist dort, wo Frankfurter Freitagabends mit Freunden Apfelwein trinken, ein Schnitzel essen und länger bleiben, als sie geplant hatten. Die Stimmung ist gesellig und ungezwungen, nicht transaktional.
Die Identität des Viertels dreht sich um ein einziges Getränk. Apfelwein, vergorener Apfelsaft mit einem Alkoholgehalt zwischen 5,5 und 7 Prozent, wird in Frankfurt seit dem 18. Jahrhundert hergestellt und getrunken. Sachsenhausen ist seine Heimat. Die Gaststätten pressen ihren Cider selbst oder beziehen ihn von lokalen Produzenten, und das Servierritual ist fest: ein blau-grauer Steingutkrug namens Bembel, ein geripptes Glas, das Geripptes, und ein zweites Glas Wasser, das manche Stammgäste als Begleiter nehmen. Wer das vorher weiß, ist weniger überrumpelt.
Rechtslage
Der bundesrechtliche Rahmen Deutschlands gilt für ganz Frankfurt, einschließlich Sachsenhausen. Sexarbeit ist legal und unter dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 geregelt. Sachsenhausen hat allerdings keine lizenzierten Einrichtungen der Erwachsenenunterhaltung. Die ausgewiesene Zone für Erwachsenenaktivitäten ist das Bahnhofsviertel, rund 20 Gehminuten nordwestlich.
In Nebenstraßen Sachsenhausens gibt es vereinzelt Sexshops, die jedoch vom Nachtleben-Charakter des Viertels völlig getrennt sind. Sachsenhausen funktioniert als normales Trink- und Essensviertel, und die Polizeipräsenz spiegelt das wider. Streifen finden an Wochenenden statt, hauptsächlich wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit und gelegentlicher Auseinandersetzungen jüngerer Gruppen in der Nähe der Textorstraße.
Preise
Sachsenhausen ist deutlich günstiger als die Bars im Bahnhofsviertel und im nördlichen Bankenviertel.
Apfelwein-Gaststätten:
- Apfelwein pro 0,3-l-Geripptes: 2,20 bis 2,80 EUR
- Bembel-Krug (1 l): 8 bis 12 EUR
- Schnitzel: 13 bis 17 EUR
- Hausgemachter Tafelspitz: 16 bis 20 EUR
- Grüne Soße mit Eiern: 9 bis 12 EUR
Bars am Schweizer Platz:
- Bier vom Fass (0,4 l): 4 bis 5 EUR
- Cocktails: 9 bis 12 EUR
- Wein im Glas: 4 bis 7 EUR
Spätbars (Oppenheimer Straße, Textorstraße):
- Bier: 3,50 bis 4,50 EUR
- Spirituosen und Mischgetränke: 7 bis 10 EUR
Die Apfelwein-Gaststätten haben keinen klassischen Tischservice. Man teilt die Bänke mit Fremden, wenn es voll ist, und der Kellner füllt das Geripptes nach, ohne dass man bitten muss. Es wird entsprechend abgerechnet. Zehn Prozent Trinkgeld sind üblich.
Straßen und Viertel
Schweizer Straße ist die Hauptachse des Sachsenhäuser Nachtlebens, verläuft grob nord-südlich zwischen dem Schweizer Platz und den südlicheren Wohnstraßen. Die meisten bekannten Apfelwein-Gaststätten liegen hier oder in den angrenzenden Straßen. An Wochenendabenden ab etwa 19 Uhr füllen sich die Gehwege mit Menschen, die zwischen den Lokalen wechseln oder einfach draußen mit einem Glas verweilen.
Wallstraße verläuft parallel zur Schweizer Straße einen Block östlich. Atschel und Fichtekränzi sind hier, beide etwas ruhiger und stärker von Einheimischen geprägt als die Lokale der Hauptstraße. Die Wallstraße führt zum weniger touristischen Ende der Sachsenhäuser Apfelwein-Szene.
Textorstraße ist die Ader, die östlich vom Schweizer Platz verläuft, und beherbergt eine Reihe von Bars, kleinen Clubs und Spätlokalen. Das Publikum ist hier jünger und die Musik lauter, je weiter die Nacht fortschreitet. Hier wechselt das Viertel vom Cider-Gasthauscharakter zum herkömmlichen Bargeschäft.
Schweizer Platz ist der Platz an der Kreuzung von Schweizer Straße und Textorstraße. Er dient als nützlicher Orientierungspunkt und ist im Sommer ein natürlicher Treffpunkt, wenn alle Terrassen geöffnet sind. Die gleichnamige U-Bahn-Station liegt direkt darunter.
Sicherheit
Sachsenhausen ist eines der sichereren Ausgehviertel Frankfurts. Die Sicherheitsbewertung von 4 spiegelt einen Bereich wider, in dem die Probleme gering sind: gelegentliche angetrunkene Auseinandersetzungen vor Gaststätten, vereinzelter Taschendiebstahl in überfüllten Bereichen und der übliche Freitagabendlärm.
- Die Straßen rund um den Schweizer Platz sind gut beleuchtet und an Wochenenden bis mindestens 1 Uhr nachts belebt
- Sachsenhausen hat keine nennenswerte Drogenszene, was es vom Bahnhofsviertel grundlegend unterscheidet
- In dicht besetzten Gaststätten an belebten Abenden auf Taschendiebe achten
- Wer spät nachts ans Flussufer geht, findet den Mainkai verlassen vor; gefährlich ist das nicht, aber man sollte es wissen
- Der U-Bahn-Bahnsteig Schweizer Platz kann nach Mitternacht am Wochenende lautstarke Gruppen anziehen
- Taxis sind auf der Schweizer Straße reichlich vorhanden, wenn man sie braucht
Kultureller Kontext
Die Apfelwein-Kultur Sachsenhausens hat ungeschriebene Regeln, die Einheimische instinktiv befolgen. Wer sie kennt, hat mehr Spaß.
Der Bembel-Krug ist Gemeinschaftsgut am Tisch. Wer an einem Gemeinschaftstisch sitzt, hat seinen eigenen Krug, sollte aber nicht überrascht sein, wenn jemand am Tisch anerkennend darauf deutet oder ein Gespräch über Apfelwein beginnt. Die Kultur ist gesellig, nicht reserviert.
Das Geripptes wird vom Kellner ohne Aufforderung nachgefüllt, und es wird entsprechend berechnet. Wer keinen Nachschlag möchte, stellt das Glas umgekehrt hin oder legt einen Bierdeckel darauf. Manche Touristen machen überraschend hohe Rechnungen, weil sie das nicht wissen.
Das Geripptes ist das richtige Glas. Apfelwein zu bestellen und nach einem anderen Glas zu fragen, erntet hochgezogene Augenbrauen. Manche Lokale verkaufen Souvenir-Geripptes und -Bembeln, was als völlig akzeptabler Kauf gilt.
Sachsenhäuser Einwohner haben eine bestimmte Einstellung zu ihrem Viertel: Sie genießen es, teilen es großzügig mit Touristen und bemerken, wenn Besucher es als Kulisse für Trinkspiele nutzen statt als Kulturgut. Lärm ist erwünscht; Szenen nicht.
Was man nicht tun sollte
- Das Geripptes nicht mit der Hand abdecken, um den Kellner am Nachschenken zu hindern. Das Glas umdrehen oder einen Bierdeckel drauflegen
- In einer Apfelwein-Gaststätte keinen Cider aus dem Supermarkt oder Radler bestellen; man ist wegen des Hauseigenen da
- Keine Leute an Gemeinschaftstischen ohne Erlaubnis fotografieren
- Sachsenhausen nicht mit dem Rotlichtviertel verwechseln. Es gibt dort keine Erwachsenenunterhaltung, und Mitarbeiter danach zu fragen, kommt nicht gut an
- Am Wochenendabend nicht auf der Schweizer Straße parken; es gilt Parkraumbewirtschaftung und die wird aktiv durchgesetzt
- Eine Apfelwein-Gaststätte nicht verlassen, wenn noch Cider im Bembel ist. Entweder austrinken oder die soziale Unbeholfenheit des Zurücklassens in Kauf nehmen
- Adolf Wagner und Apfelwein Wagner nicht verwechseln; es sind zwei getrennte Lokale in derselben Straße mit ähnlichen Namen
- An einem belebten Samstag keinen schnellen Tischservice erwarten. Das System läuft nach dem Rhythmus des Kellners, nicht nach dem eigenen
Frequently Asked Questions
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